N4 "Wide Body"

Bewährtes in neuer Verpackung

Die Hubschrauber der Dauphin-Familie gehören mit zu den verbreitetsten Mustern auf der Welt. Über 600 Exemplare (einschließlich Panther) fliegen in 50 Ländern. Mit drei neuen Mustern - AS365 N2 (Utility), AS365 N3 (High Performance) und AS365 N4 (Wide Body) erweiterte Eurocopter seine erfolgreiche Produktpalette unter bewährtem Design. Marktchancen sieht EUROCOPTER mit der N4 sowohl im zivilen, als auch im militärischen Markt.

Zu den Vorzügen der AS365 N4 gehört demnach nicht nur eine große, komfortable Kabine - um 40% größer als bei der normalen Dauphin - , sondern auch eine neue Leistungsstärke der beiden volldigital geregelten Turbinentriebwerke Arriel 2C von Turbomeca. Sorgfältige Bedarfsanalysen waren Grundlage für die Gestaltung des Innenraums.

Kurzübersicht

  • Die Kabine ist um 30 cm verlängert und hat 18 cm mehr an Höhe, Volumen: 6,8 m3. Veränderungen an der Verglasung führen zu besserer Sicht im Cockpit und auch im Passagierraum. Die Bestuhlung dort ist ausreichend für 11 Passagiere plus zwei Plätze im Cockpit. Der Gepäckraum faßt 2 m3. Die vorderen Flügeltüren und die hinteren Schiebetüren wurden vergrößert.
  • Die Arriel 2C Triebwerke erlauben ein maximales Startgewicht von 4.800 kg, das sich bei Außenlast noch um 200 kg erhöht. Bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 250 km/h versprechen die Hersteller eine Reichweite von 800 km, also gut drei Stunden Endurance.
  • Der Fünfblatt-Speriflex-Hauptrotor (Durchmesser von 12,60) läßt sich variabel über das digitale FADEC-System (Full Authority Digital Engine Control) regeln und reduziert den Lärmpegel insbesondere in der Start- und Landephase. Der bewährte ummantelte Fenestrom mit asymmetrischer Blattanordnung tut ein Übriges zur Lärmreduzierung. Ganze 4 dB unter den jüngsten ICAO-Normen soll die N4" in ihrer Leistungsklasse liegen.
  • "Avionique Nouvelle", nennt EC das moderne Avionik-System, mit dem schon die EC135 und auch die EC120 ausgerüstet wurden. Das Instrumentenbrett wurde deshalb neu gestaltet. Datenanzeigen erfolgen auf Flüssigkristallbildschirmen mit aktiver Matrix, sowohl über die Flugführung und mit Hilfe des VEMD (Vehicle and Engine Multifunction Display) über weitere Funktionen wie: Leistungsparameter, -analysen, Triebwerküberwachung, Warnmeldungen etc.
  • Auslieferung 1998
  • Als Attrappe kam die N4 im Juni 1997 nach Le Bourget. Während des Aéro Salons absolvierte der erste Prototyp erfolgreich seinen Jungfernflug. Inzwischen gab es erste Vorstellungen bei potentiellen Kunden. Die Musterzulassungen werden für Mitte 1998 erwartet; direkt danach sollen die ersten Auslieferungen erfolgen.

    Fazit

    "Für staatliche Bedarfsträger" hatte EC die N4-Attrappe in Le Bourget nach eigener Darstellung konfiguriert. Ein gelungener Coup offensichtlich, analysiert man den Bedarf dieser Klientel, nämlich den Polizeiflugdienst, insbesondere Grenzschutz. Andere Verwendungen ergeben sich fast automatisch:

  • Corporate- und VIP-Version
  • EMS-Intensivtransport
  • Offshore
  • Truppentransport
  • In Konkurrenz sieht sich der europäische Hubschrauber-Konzern dabei mit der Bell 412 von Bell Helicopter TEXTRON sowie mit der S-76 von Sikorsky Helicopter.

    Die "Wide Body" - das Wort zergeht schon auf der Zunge - ist angetreten, anderen das Fürchten zu lehren, allein die Praxis wird indes bestätigen, was wirklich in dem neuen europäischen "Senkrechtstarter" steckt. Bewährtes in neuer Verpackung ist bei der N4 aber nicht gleichbedeutend mit "Hauptsache die Verpackung stimmt"! Bei der neuen Dauphin ist auch der Inhalt sehenswert!