< Zurück / Back
 

Erwerb des Privatpilotenscheins P(H)PL

 

 

Uns erreichen viele Zuschriften und elektronische Post, die um Auskunft zum Erwerb der Privatpilotenlizenz für Hubschrauber nachsuchen. Wie wir schon einigen Interessenten mitteilen konnten, haben sie mit ihrer Anfrage ganz Europa "auf dem falschen Fuß erwischt". Denn mit dem Ablauf des alten Jahrtausends, also ab 1.Januar 2000, wird eine neue, europaweite Regelung eingeführt werden. Wir bringen hier die derzeit noch gültigen Bestimmungen in Kurzform und werden zu gegebener Zeit die neuen Bestimmungen veröffentlichen.

Zum Erwerb muß man eine theoretische (80 Unterrichtsstd.) und eine fliegerische Ausbildung (mindestens 45 Flugstd., 30 mit Lehrer und 10 Stunden Alleinflug) durchlaufen, außerdem die Berechtigung zur Ausübung des Sprechfunkdienstes erwerben. Dazu kommen noch Kenntnisse über Sofortmaßnahmen am Unfallort.

In der Theorie sind Luftrecht, Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften, Navigation, Meteorologie, Technik und Verhalten in besonderen Fällen (Notverfahren) die Pflichtfächer. In der Flugausbildung werden Starts und Landungen, Außenlandungen im Gelände, ein Navigationsdreiecksflug und Notverfahren geschult und außerdem der Gebrauch der Funknavigationsgeräte.

Natürlich muß man dann eine Prüfung ablegen, denn wir wollen ja im Luftraum nur Könnern begegnen! Der Luftfahrerschein berechtigt zu "nichtgewerbs- und nichtberufsmäßiger Tätigkeit als verantwortlicher Luftfahrzeugführer" – für die gewerbliche Fliegerei gibt es den Berufspilotenschein, der logischerweise höhere Anforderungen an den Berwerber stellt.

Es gibt eine Reihe von kompetenten Flugschulen in Deutschland, die je nach Muster auch unterschiedliche Preise für die Ausbildung verlangen. Oft findet der Interessierte schon in der Nähe seines Wohnortes eine Flugschule. Auf jeden Fall sollte er Preise und Konditionen vergleichen. Im Ausland, insbesondere in den USA, scheint alles auf den ersten Blick günstiger, auf den zweiten Blick ergeben sich aber schnell zusätzliche Kosten. Auch hier gilt es, genau zu prüfen und zu vergleichen.

Die Frage nach der verfügbaren Zeit für den Lehrgang, aber insbesondere danach zum Erhalt der Lizenz, sollte von Beginn an in die Planungen einbezogen werden. Der Flugschein ist etwas Besonderes. Der Besitz setzt persönliche Reife und vor allen Dingen Verantwortungsgefühl voraus. In diesem Sinne: Viel Erfolg und many happy landings!

Peter Sturz

 
 

Ergänzung aus 2/99

 

 

Weitere Informationen zum Erwerb der Pilotenlizenz

Das Arbeitsamt fördert die Berufsausbildung nur bedingt, und zwar nur dann, wenn nachweislich ein Bedarf an Berufspiloten herrschen sollte — zum gegenwärtigen Zeitpunkt also kaum Chancen. Trotzdem wird empfohlen, sich mit dem zuständigen Arbeitsamt in Verbindung zu setzen. Berufsanfänger haben es ohnehin nicht leicht in Deutschland: Die meisten Firmen verlangen ein Minimum von 1.000 Flugstunden; um Rettungsflieger zu werden, sollten 2.000 Stunden im Flugbuch stehen.

Zur Frage nach der Umschreibung von militärischen Lizenzen: Es gibt heute kaum Probleme, da das BMV (Verkehrsministerium) klare Richtlinien und Vorgaben geschaffen hat.

Zum Alter der Piloten: Privatpiloten dürfen eigentlich so lange fliegen, wie der Fliegerarzt sein O.K. gibt; bei Fliegern sollte ohnehin die Selbsteinschätzung merklich ausgeprägter sein als bei den "Piloten" auf der Straße... Berufspiloten hören, gemäß den Bestimmungen von JAR-OPS, mit 60 Jahren auf - unter gewissen Vorraussetzungen gibt es Ausnahmen.

Flugschulen für die Privaten gibt es reichlich, für Berufspiloten nur vier in Deutschland. Der Schein für erstere kostet etwa 30 - 35.000 DM. Der Berufspilotenschein kostet etwa 120 - 150.000 DM.

IFR-Schulung findet zur Zeit in Deutschland nur bei der Firma Eurocopter statt. IFR wird auf Hubschraubern mit zwei Turbinen geschult und da muß die Flugstunde, je nach Muster, mit ca. 3.000 bis 3.500,- DM veranschlagt werden. Bei den geforderten 30 Stunden im Flieger und weiteren 30 im Simulator kostet der Lehrgang weit mehr als 100.000 DM.

Sollte sich jemand für die Ausbildung in den USA entscheiden, so empfehlen wir, sich vorher genau über die Modalitäten und Vorgaben der Umschreibung der Lizenz beim Luftfahrtbundesamt in Braunschweig zu informieren.

 

Peter Sturz

 
 

 

 

Last updated 2002-08-04 , webmaster

 
German Helicopter Online - Home