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Satellitengestütze Navigation
mit Datenaustausch und Lageübersicht

Schritt in die Zukunft

 

 

Ein Schritt in die Zukunft nicht nur für die Luftfahrt.

NEAN ist die europäische Abkürzung für ein von der Europäischen Kommission unterstütztes Projekt, dessen voller Titel lautet: "North European Automatic Dependent Surveillance Broadcasting Network".
Was verbirgt sich hinter dieser zunächst schwer verständlichen Bezeichnung? Auf einen einfachen Nenner gebracht und ohne tief in technische Details einzusteigen: es handelt sich um ein satelliten-gestütztes System, Flugzeuge ermitteln ihre eigene Position über Satellit, strahlen diese Positionsmeldung im vorgegebenen Zeittakt aus ("Broadcasting") und empfangen gleichzeitig die Signale anderer Flugzeuge auf einem Cockpit-Display. Für besondere Missionen können auch die Positionen bodengebundener Kräfte (z.B. Rettungsfahrzeuge) und Schiffe (z.B. im SAR-Einsatz) zeitgleich angezeigt werden.
Das System bietet vielfältige Möglichkeiten der Nutzung. Fahrzeuge, Schiffe und Luftfahrzeuge (und hier insbesondere Hubschrauber) können bei speziellen Einsätzen zwar heute schon miteinander über Funk kommunizieren, aber die genauen, aktuellen Positionen zueinander können in den seltensten Fällen auch optisch angezeigt werden.
Für die Luftfahrt bedeutet das System hauptsächlich mehr Sicherheit:
Piloten kennen ihre eigene Position, sehen auf dem Bildschirm die Maschinen in ihrer Nähe und sind so in der Lage, weitgehend selbst für die Einhaltung der Sicherheitsabstände zu sorgen, möglicherweise in bestimmten Lufträumen auch durch selbstständige Änderung von Flugroute, Fluggeschwindigkeit und Flughöhe.

 

Welche technischen Voraussetzungen erfordert dieses System?

Überwachungsradien von NEANAls Basis für ein aktuelles Lagebild müssen alle Nutzer absolut zeitgleich auf UTC-Zeit synchronisiert sein. Das kann über eine Basisstation erfolgen, um alle Meldungen des Systems synchron in genau definierten Zeitabständen (eine Minute UTC-Zeit wird in 9.000 Zeitschritte geteilt) auszusenden.
Natürlich müssen alle Nutzer über Einrichtungen zur Satelliten- Positionsbestimmung (Global Positioning System= GPS) verfügen, ebenso über Kommunikations- und Data Link Verbindungen (Luft/Luft und Luft/Boden), Transponder und Anzeige-Display.

 

Wer wird NEAN nutzen?

In erster Linie bietet es sich an für:

  • Flugsicherung (Luft- und Bodenkontrolle),

  • Fluggesellschaften (Cockpit und Dispatch),

  • Such-und Rettungsdienst (SAR) für die Luft- und Seeschiffahrt,

  • luft-und bodengebundenen Rettungsdienst,

  • Reedereien und Ölgesellschaften für Aktivitäten auf See,

  • Militär.

Das System eröffnet ungeahnte Möglichkeiten nicht nur für die aufgezeigten Bereiche, sondern auch Polizei, Transportunternehmen, Eisenbahn und andere Nutzer sind denkbar.
Deutschland beteiligt sich an dem Projekt mit zwei Flugzeugen (Fairchild Metroliner) der Ostfriesischen Lufttransport GmbH (OLT) und auch das Forschungsflugzeug der DLR verfügt über die entsprechende Ausrüstung. Bodenstationen sind in Deutschland bereits in Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen und Frankfurt eingerichtet.

Die praktische Anwendung dieses Systems läßt noch viele Fragen offen.

Es wird sicherlich zunächst der Radar-Überwachung durch Fluglotsen keine Konkurrenz machen können, aber es kann mehr Sicherheit im Cockpit bedeuten, wenn der verantwortliche Luftfahrzeugführer über eine eigene optische Darstellung des ihn umgebenden Luftverkehrs verfügt. Das ist jedoch nur möglich, wenn sichergestellt ist, daß jeder Teilnehmer am Luftverkehr - ohne Ausnahme - an das System angeschlossen ist.
Für besondere Aufgabenbereiche könnte das System durchaus schon in naher Zukunft eine bedeutsame Hilfe darstellen. Besonders im SAR-Dienst über See kann bei gemeinsamen SAR-Operationen eine deutliche Verbesserung der Koordination zwischen Luftfahrzeugen/Hubschraubern und Seenotkreuzern mit diesem System erzielt werden.

Ebenso wird zwischen Rettungshubschrauber und Notarztwagen eine noch effektivere Zusammenarbeit möglich sein, wenn beide über das System verfügen.

HS

 

Wird Radar überflüssig?

Rund ein Dutzend schwergewichtiger Radarantennen mit einigen Metern Durchmesser sorgen in Deutschland für die Darstellung des Luftraums mit den darin befindlichen Luftfahrzeugen. Hochfrequente Energie wird in Impulsen abgestrahlt, die Echos wieder aufgefangen, verarbeitet und die so gewonnen Informationen werden in die Kontrollzentren der Deutschen Flugsicherung übertragen. Aufwendige Rechnersysteme verarbeiten die Informationen mit Unterstützung der von den Lfz ausgesandten zusätzlichen Transpondersignalen zu einer Position, die Dank der Transponder-Technik zusätzliche Informationen über den Flug bereithält.
Eine aufwendige Technik; das Radar, bald 60 Jahre alt, anfällig auch heute noch gegen widriges Wetter, Störungen und beschränkt in der Reichweite und bei niedrigen Flughöhen. Kaum geeignet für die Kontrolle und Überwachung von Hubschraubern, die in Bodennähe operieren.

 

Die "Welt am Draht"

Um so größer mein Erstaunen, als ich mitten im Trubel der AERO auf einem normalen Computermonitor am Stand der Firma INS eine aktuelle (Live-) Darstellung des nordeuropäischen Luftraums präsentiert bekam. Alles, was man einzugeben hatte, war eine Internetadresse.
Verblüffend, wie einfach und schnell eine Luftraumdarstellung von Frankfurt bis zum Nordkap zur Anzeige kam. Verblüffend auch, wie mit einem einfachen Mausklick ein Ziel angesprochen wurde: In einem Extrafenster wurden weitere Informationen angezeigt: Geschwindigkeit, Höhe, genaue Position, Richtung.

Zwölf Meilen in der Stunde "schnell" meldete der Computer via Internet: Kein Luftfahrzeug, sondern ein Rettungswagen der Feuerwehr, der in Schweden an dem Projekt teilnimmt. Bei den Luftfahrzeugen konnte ich eine Maschine der Lufthansa identifizieren, die sich über Norddeutschland bewegte.
Zum Ortstarif hatte ich über eine simple Telefonverbindung die "Welt am Draht"; vorerst noch auf einige ausgesuchte Teilnehmer beschränkt: Lufthansa, SAS, Golden Air, OLT, Maersk Helicopter – um nur einige zu nennen.

 

Weltweite Versuche

Grundlage für das Projekt NEAN ist das Prinzip GP & C. Das steht für Global Positioning und Communication und wird außer in Europa u.a. noch in den USA eingesetzt:

  • Vorfeldkontrolle am Flugplatz Atlanta,
  • US Airforce im Großraumtransporter Galaxy,
  • beim Such- und Rettungsdienst.

In Malaysia wurden Hubschrauber im Offshore-Einsatz mit GP & C ausgerüstet. In Europa beteiligen sich die Benelux-Länder, Dänemark, Schweden und Deutschland.

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Last updated 2002-08-04 , webmaster

 
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