Unzureichende Wetterberatung
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Um es vorweg zu nehmen: Die Wetterberater machen ihren Dienst hervorragend. Ihre Beratung steht und fällt aber mit den ihnen vorliegenden Informationen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist verantwortlich für: · die schriftliche und mündliche Wetterversorgung des Luftfahrtpersonals einschließlich seiner Versorgung mit allen für die Planung und Durchführung des Flugverkehrs erforderlichen meteorologischen Informationen. Für Flüge von Flugplatz zu Flugplatz liegen dem Wetterberater in der Regel ausreichende Informationen vor. Doch wie sieht es beim Nachtflug in geringen Höhen für einen Hubschrauber aus, · der in Sichtflugbedingungen ein Krankenhaus fernab eines Flughafens erreichen muß, · wegen fehlender Enteisungsvorrichtungen nicht in den Instrumentenflug übergehen kann? |
Spiel mit dem Glück? |
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Immer häufiger, so war von den Ambulanzfliegern zu hören, laute die Antwort: Aus dem Gebiet habe ich leider keine Meldungen vorliegen." Da kann auch die gute Qualifikation und beste Motivation der Berater nicht weiterhelfen. Von deren Aussage jedoch ist die Entscheidung des Piloten abhängig, den Flug anzutreten oder nicht. Unvorhergesehene Wetterverschlechterungen beim nächtlichen Flug unterhalb der Mindesthöhen stellen die Besatzungen oft vor große Probleme. Welchen Einfluß das Wetter gerade in der Nacht haben kann, zeigen vier schwere Flugunfälle innerhalb eines knappen Jahres. Drei dieser Flüge hatten Kranke transportiert. Nun schafft eine Besetzung mit zwei Piloten bei Nachtflügen erheblich mehr Sicherheit, jedoch liegt der Schlüssel für einen sicheren Flug zuallererst in der Flugvorbereitung und dazu gehört die Wetterberatung. Nur mit dieser amtlichen Beratung darf der Flug angetreten werden. Alles andere ist Spekulation, ein Spiel mit dem Glück. Anfragen beim Krankenhaus können zwar das Gesamtbild der Wettersituation abrunden, für die Entscheidung, den Flug anzutreten sind sie absolut unbrauchbar und gefährlich. Hinzu kommt, daß nur die wenigsten Landeplätze an den Krankenhäusern man spricht von weniger als zwei Prozent für Nachtanflüge ausgelegt sind. Auf Kosten der Luftfahrt? Ohne ausreichende meteorologische Information werden die Ambulanzflieger in ihrer Entscheidungsfindung demnach oft alleingelassen. Das schafft nicht nur Probleme, sondern erhöht auch die Bereitschaft zum Risiko. Im Kommunikationszeitalter muß eine flächendeckende Wetterberatung/Vorhersage auch in der Nachtzeit möglich sein. Nach DWD Angaben verfügt Deutschland über das dichteste Netz an Meldestationen in Europa. Tagsüber stehen rund 250 Stationen zur Verfügung, darunter auch die Verkehrsflugplätze sowie die Regionalflugplätze und die Fliegerhorste der Bundeswehr und der NATO. |
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Es ist dem Verfasser nicht bekannt, ob auch normale Meß- und Meldestationen nachts reduziert werden, die militärischen und die regionalen Flugplätze bieten nach Dienstschluß in der Regel jedoch keine Informationen mehr an. Das heißt, das Angebot an Wetter-information für eine Beratung ist demnach in der Nachtzeit eingeschränkt. In Zeiten des knappen Geldes muß auch der DWD sparen. Durch Umstrukturierung und Zentralisierung sollen Kosten gesenkt werden. Ein Beispiel ist der komplette Umzug des Beratungspersonals von Nürnberg nach München. Die Frage stellt sich aber, ob durch die räumliche Verlegung nicht das über viele Jahre gesammelte, örtlich regionaleund von den Besatzungen sehr geschätzteErfahrungspotential aufgegeben wird. Der DWD, der im Rahmen seines Dienstes hoheitliche Aufgaben zu erfüllen hat, benötigt hierfür annähernd 400 Millionen DM im Jahr; dem gegenüber stehen nur Einnahmen von etwa 130 Millionen. Da könnte sicherlich die Last des Steuerzahlers verringert werden. Jedoch sollte man dabei berücksichtigen, daß rund 70% der Einnahmen, also gut 90 Millionen Mark, aus der IFR-Luftfahrt stammen: von den Betreibern, den Fluggesellschaften den kommerziellen Fliegern . Hinzuzufügen wäre noch, daß die VFR-Flieger in der Regel keine Gebühren zahlen und das kostet immer mehr, bald 40 Millionen DM im letzten Jahr, so der DWD bei zunehmender Tendenz. |
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Guido Ziese |
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Last updated 2002-01-11 , webmaster |
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