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Von unserem "Zuhause" am Strand des Pazifik in Cayucos, Kalifornien,
war es eine gute halbe Stunde mit dem Auto bis San Luis Obisbo, dann mit
dem Flugzeug nach Los Angeles LAX, mit Weiterflug nach Dallas/Fort Worth,
Texas. Die längste Strecke lag jedoch vor uns. Der Gesamtflug sollte
so um die 5.000 Meilen werden, über Houston, Texas, den Golf von
Mexiko, die Halbinsel Yukatan, Belize, Honduras, Nicaragua, Costa Rica
und Equador mit der Aussicht einer Landung mit "Stiffwing" in
10.000 Fuß Höhe in Cusco, Peru. So etwas hatte ich noch nie
gemacht. Das Handbuch sagte, daß es ginge, durchführbar sei.
Warum auch nicht
Fläche fliegen ist langweilig, man hat ja so wenig zu tun, aber
mit Mach 0.8 oder so überbrückt man doch ganz schön schnell
Entfernungen. Trotzdem bleibt viel Zeit zum Nachdenken, dazu Nachtflug,
um ruhige Luftströmung über dem Golf von Mexico und Mittelamerika
zu nutzen.
Ich dachte an diese geheimnisvolle Gesellschaft der Inkas, niemand weiß,
wo sie herkamen, niemand weiß, wohin sie "verschwunden"
sind und warum. Aber ihre Anwesenheit in der Zeit um das Jahr 1200 v.
Chr. ist deutlich erkennbar. Die Spuren ihrer Siedlungen sind im gesamten
westlichen Teil Südamerikas zu finden. Ihre Kenntnisse in Bezug auf
den Bau von Siedlungen, Festungen und Tempeln war eben so groß,
fortgeschritten und erstaunlich wie wir sie von den Römern, Griechen,
Ägyptern und Chinesen kennen um einige Beispiele zu nennen.
Peru machte in diesem Jahrhundert weltweit Schlagzeilen, als man Mitte
1920 in einem völlig unzugänglichen Teil des Landes durch Zufall
die Ruinen von MACHU PICCHU entdeckte! Was für ein Fund! Die Größe
und der Gesamtzustand erlaubte einen sehr guten Einblick in das Leben
(und Bauen!) der Inkas. Nach nur fünf Jahren Arbeit war diese interessante
Anlage der Inkas schon der Öffentlichkeit zugänglich, ein fast
unbeschreibliches Erlebnis.
Die Anden könnten nicht höher und majestätischer sein.
Im Norden Machu Picchu ist Mt. La Veronica mit 5.850m (18.865 Fuß),
im Süden liegt das Massiv um Mt. Salquantay mit 6.271m (20.574 Fuß).
Ich denke daran mit Freude, Bedenken und Erwartung.
Nach etwas über vier Stunden waren wir über dem Funkfeuer San
Jose, Costa Rica, dann inbound Trujilo, Peru und ein kurzer Hüpfer
bis nach Lima. Die Landung dort nach sechs Stunden war Routine, die Abfertigung
sehr freundlich und zuvorkommend. Es war noch dunkel, aber bald darauf
starteten wir zu dem kurzen Flug nach Cusco. Der Flug führte um die
hohen Andenspitzen, zwischen den Bergen durch die Täler. Erstaunlicherweise
sieht man Vegetation bis zu 5.000m Höhe.
Der Anflug in Cusco war auch Rountine, die Luft ruhig, in diesen frühen
Morgenstunden setzte die Machine leicht auf, und wir rollten zum Flughafengebäude.
Dort hatte ich schon im Anflug die MI-17MT stehen sehen in den recht gelungenen
und attraktiven Farben der Firma HELI CUSCO. Das Aussehen des Hubschraubers,
seine Größe und das Wissen um seine Leistungsfähigkeit
in diesem Land lassen das Herz eines Piloten ein wenig schneller klopfen.
Ein Wunderwerk der Technik, würdig jeder Hochachtung an die Hersteller.
Wir waren müde, so gings erst zum Hotel, erstaunlich sauber
mit sehr freundlicher Bedienung, gutem Essen und komfortablen Zimmern,
ein altes Klostergebäude.
Mein Treffen mit dem Geschäftsführer von HELI CUSCO in Cusco,
Herrn Gonzales Vargas, gab mir einen guten Einblick in die Verwendung
der MI-17MT in seinem Land. Die gehörten Gewichts-Zahlen der Lasten
für die Höhe erstaunten mich sehr. So viele Jahre habe ich im
Gebirge geflogen, mit kleinen und großen Hubschraubern, aber an
solche schweren Lasten war nie zu denken. Von Wind und Wetter haben wir
erst gar nicht gesprochen!
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Der Anflug auf den Landeplatz im Tal vor MACHU PICCHU war eine 70 Grad
Schräglage-Kurve mit Sinken ins Ungewisse und einem riesigen "Flare"
zum Aufsetzen. Wir waren angekommen, heil und sicher, noch mit den Gedanken
in den Wolken, überwältigt von dem Erlebnis! Was für eine
Maschine! Was für eine fliegerische Leistung der Besatzung!
Der nun folgende Besuch der Ruinen in MACHU PICCHU war ein ganz anderes
Erlebnis und bald mußten wir wieder nach Cusco zurück, per
MI-17MT! Nun schon mehr vertraut mit den technischen Einzelheiten und
dem Land. Es war ein Genuß, begleitet von Stolz, was WIR Hubschrauber-Piloten
alles können und leisten, wagen und fertigbringen!
Roberto Calderon war an dem Abend mein Gast im Hotel und wir diskutierten
bis in die frühen Morgenstunden unser Lieblingsthema: HUBSCHRAUBER!!!
Mit Wehmut im Herzen und um so viele Eindrücke und Erfahrungen reicher,
sagten wir nach einigen Tagen "Good Bye". Wie immer zwischen
Piloten, ein Händeschütteln, ein kräftiger Händedruck,
ein Blick in die Augen, "Fliege sicher mein Freund", wir sehen
uns bestimmt einmal wieder.
"Vaja con Dios, Amigo"
"Geh mit Gott"
wir sind ihm sehr nahe gekommen
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