aus ROTORBLATT 1/2000


Bilanz des SAR-Dienstes 1999

Der Such- und Rettungsdienst (SAR) der Bundeswehr mit seinen zwei SAR- Leitstellen und 14 SAR- und Rettungshubschraubern blickt auf ein erfolgreiches und vor allem flugunfallfreies Jahr zurück.

Insgesamt wurden 6635 Einsätze mit 4232 Flugstunden geflogen. Der Rückgang der Einsatzzahlen um 12 % gegenüber dem Vorjahr resultiert ursächlich aus der Abgabe des Rettungszentrums Koblenz an die ADAC- Luftrettung.

Auf die eigentlichen SAR- Aufgaben, Hilfe in Luft- und Seenotfällen sowie Unterstützung der Streitkräfte, entfallen 431 Einsätze. Für Einsätze im Rahmen der Dringenden Nothilfe wurden 6204 Einsätze geleistet. Der hohe Anteil von 94 % der Gesamteinsätze für den zivilen Bereich entspricht unverändert der Bilanz der Vorjahre und weist den SAR- Dienst der Bundeswehr auch weiterhin als wichtigen Partner im zivilen Rettungsdienst aus. 2846 Personen konnten aus lebensbedrohenden Situationen geborgen und medizinisch versorgt werden, weitere 2988 Patienten wurden nach der Erstversorgung mit SAR- Hubschraubern ins Krankenhaus transportiert, bzw. in Spezialkliniken verlegt. Aus der täglichen Routine hervorzuheben sind 413 Nachteinsätze sowie 59 Einsätze über See und im Hochgebirge, bei denen die Verunglückten nur mit Hilfe der Rettungswinde geborgen werden konnten. Diese Einsätze stellen besonders hohe Anforderungen an das Leistungsvermögen der Hubschrauberbesatzungen. Auch im vergangenen Jahr verursachten Notsignale, die vom weltweiten Satellitensystem COSPAS/SARSAT und von Flugsicherungsstellen an den SAR- Dienst weitergeleitet wurden, einen hohen und oft vermeidbaren Arbeitsaufwand. Von 920 elektronischen Notfallmeldungen waren nur 29 einem tatsächlichen Notfall zuzuordnen; die restlichen 891 Notsignale resultierten größtenteils aus Leichtfertigkeit und Fahrlässigkeit im Umgang mit den Geräten. Da der SAR-Dienst jeden Fall bis zur endgültigen Klärung der Situation als Notfall bearbeiten muß, entstanden im vergangenen Jahr durch den Einsatz von Hubschraubern als Suchmittel in 104 Fällen unnötige und vermeidbare Kosten für 109 Flugstunden; außerdem wurden Ressourcen gebunden, die für echte Notfälle nicht verfügbar gewesen wären.

Im Jahr 1999 setzte der SAR- Dienst der Bundeswehr bei zwei Naturkatastrophen SAR-Mittel ein. Auf Unterstützungsersuchen der Einsatzzentrale in Wien im Februar stellte die SAR- Leitstelle in Münster insgesamt 19 Hubschrauber von Luftwaffe, Heer und Bundesgrenzschutz bereit für den Einsatz im Lawinengebiet im österreichische Galtür. In 211 Flugstunden wurden 6663 Personen ausgeflogen und 38,3 t Material bewegt; 78 Soldaten, zivile Mitarbeiter und Besatzungen des BGS waren vier Tage lang unermüdlich im Einsatz.

Auch bei der Hochwasserkatastrophe in Bayern wurden die im Zeitraum 25.- 27. Mai eingesetzten Hubschrauber von Luftwaffe, Heer und Polizei durch die SAR- Leitstelle Münster koordiniert. Für Versorgungs- und Überwachungsflüge, Personentransporte und den Transport von über 80000 Sandsäcken flogen die eingesetzten Hubschrauber fast 100 Stunden.

Die Hubschrauber der Bundeswehr, der Polizei und des Bundesgrenzschutzes sind als wirksames Mittel zur Hilfeleistung für die Bevölkerung bei Rettungsaktionen und bei Katastrophenfällen schon lange unentbehrlich geworden. Die aufgezeigte Bilanz des SAR- Dienstes für 1999 belegt eindrucksvoll den hohen Aufwand, der zur Rettung von Menschen aus lebensbedrohenden Situationen geleistet wird.

W. Stoof