Mit dem Rettungszentrum Frankfurt am Main, bestehend aus dem RTH "Christoph 2" und dem Notarztwagen "NAW 2", an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik, steht sowohl für die Weltstadt Frankfurt, als auch für das Umland im Rhein-Main-Gebiet, seit über 25 Jahren ein hochleistungsfähiges Rettungssystem zur Verfügung. Für den Großraum Frankfurt am Main mit seinen Banken- und Industriezentren, seinen Verkehrsknotenpunkten zu Lande, zu Wasser und zu Luft durch den Rhein-Main-Airport, einem der größten Verkehrsflughäfen der Welt, sah die damalige Leitung der Frankfurter Berufsfeuerwehr schon recht früh den Einsatz eines RTH zur Unterstützung der gerade im Aufbau befindlichen rettungsdienstlichen Strukturen vor.
Blick zurückAnsätze zum Aufbau eines Hubschrauber-Rettungsdienstes gehen in Frankfurt am Main bis in das Jahr 1962 zurück. Sechs Jahre später, 1968, entschloß sich die Stadt Frankfurt am Main, mit ihrer Berufsfeuerwehr einen Versuch zum Einsatz eines RTH in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) zu starten. Hierzu setzte die Bundeswehr, die von ihren Außenabmessungen her, sehr große Vertol H-21 "Fliegende Banane", vom Gelände der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik ein. Nachdem die Ergebnisse des Versuches für den Einsatz eines RTH sprachen, waren zumindest die Verantwortlichen in Frankfurt von der segensreichen Einrichtung Luftrettung überzeugt und ebenso bemüht, einen RTH an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik zu stationieren.
Im August 1972 erfolgte die Stationierung des RTH "Christoph 2", der seit dieser Zeit von einem Piloten der GS-Fliegerstaffel Mitte, von einem erfahrenen Notarzt der BGU und einem Rettungsassistenten der Frankfurter Berufsfeuerwehr besetzt wird. "Christoph 2" war der erste RTH im Bundesland Hessen, der zweite vom Bundesminister des Innern eingesetzte Zivilschutz-Hubschrauber des Bundes und der dritte RTH in der Bundesrepublik.
Mit rund 1.100 Einsätzen im Jahr liegt "Christoph 2" im Bundesdurchschnitt, die Fehleinsatzquote beträgt ca. 12%. Bedingt durch die Großstadt Frankfurt am Main als Ballungs-, Tourismus- und Wirtschaftszentrum, stehen Verkehrs- und Arbeitsunfälle mit 35% und 12% an der Spitze der Einsatzindikationen, gefolgt von internistischen Notfällen (z.B. Herzinfarkt, Atemnot) und Verlegungsflügen mit jeweils 21%. Sonstige Einsatzanforderungen schlagen mit 7% zu Buche.
Gerade das Standortkrankenhaus des RTH bietet eine bestmögliche Versorgungsqualität, da die BGU auf die Versorgung von Arbeits- und Verkehrsunfällen spezialisiert ist. Bei Verlegungsflügen transportiert "Christoph 2" hauptsächlich Patienten mit Schädelhirnverletzungen, Mehrfachverletzungen (sog. Polytraumen) oder Wirbelverletzungen.
Nachdem der alte Hangar den gestiegenen Erfordernissen nicht mehr genügte, entschloßen sich die Beteiligten unter Federführung des Trägervereins der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik, einen Dachlandeplatz mit Hangar und Betankungsanlage auf dem Dach des aufgestockten Krankenhausbaus in 50 m Höhe, einzurichten. Die Anlage wurde im September 1997 in Betrieb genommen. Besonders bemerkenswert ist die architektonische Gestaltung des Hangars, der aus einer Glaskuppel besteht und dem gesamten Gebäude einen besonderen Glanz verleiht (siehe Foto).
Gegen Ende des letzten Jahres wurde auch die bis dahin mit großem Erfolg eingesetzte BO 105 CB durch eine neue noch schnellere und modernere EC BO 105 CBS-5 "Superfive" ersetzt. Im Rahmen einer Feierstunde anläßlich des 25jährigen Bestehens des Frankfurter RTH betonten alle Redner gleichermaßen den hohen Stand der Luftrettung im Rhein-Main-Gebiet und den Willen, die gelungene Kooperation zwischen allen am Gesamtsystem verantwortlichen Stellen fortzusetzen, um die Effizienz der Frankfurter Luftrettung weiterhin zu steigern und abzusichern.